Traumatisierende Situationen

Verlust

Ein Trauma kann durch den Verlust, das plötzliche Verlassenwerden von einer wichtigen Bezugsperson, einem geliebten Menschen, ausgelöst werden. Nicht selten ist die Folge davon das Vermeiden von Nähe innerhalb von Beziehungen, da man große Angst empfindet, auch diese Person wieder zu verlieren. Kommt es nach einem Verlust zu einem erneuten Verlust einer wichtigen Bezugsperson, wird meist das erste Verlassenheitstrauma reaktiviert und man spricht von einer Retraumatisierung.

Als in den siebziger und achtziger Jahren Kleinkinder in den Krankenhäusern nicht von ihren Eltern besucht werden durften, kam es bei vielen Kleinkindern und Säuglingen zu solchen Verlassenheitstraumata mit Sofort- und Spätfolgen: Die Kinder erkannten zum Teil ihre Eltern nicht wieder, ließen sich nicht mehr so tief auf Beziehungen ein oder klammerten verstärkt. Im Erwachsenenalter kann es zu unverhältnismäßig starken emotionalen Reaktionen kommen (Hyperarousal), wenn eine wichtige Bezugsperson weggeht.

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Folgen von Traumatisierungen, die über die allgemeinen posttraumatischen Symptomatiken hinausgehen, können Bindungs-, Anpassung- und Persönlichkeitsstörungen sein. Es gibt auch Folgen, die spezifisch für die Art der Gewalt sind. So kann sexualisierte Gewalt zu diversen Störungen der Sexualität und des Lustempfindens (sowohl in Form von Hemmung als auch Übersteigerung) führen; Folter wiederum geht später häufig mit idiopathischen Schmerzen einher.

Symptome und Verhaltensweisen

  • stark kontrollierendes Verhalten, da ein Trauma als ein extremer Kontrollverlust erlebt wird,
  • gedankliche Vorwegnahme des Schlimmsten, um nicht wieder überrascht zu werden, was von der Umwelt als eine nervige Art von Dauer-Pessimismus erlebt wird,
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Auswirkungen auf das Leben

Die Auswirkungen von Traumata beeinflussen oft in starkem Maß das Leben der Betroffenen. Traumatisierte Menschen wechseln häufig zwischen dem Vermeiden von Erinnerungen an die seelische Verletzung und ihre Folgen (bis hin zu Trance-ähnlichen Zuständen bzw. Dissoziationen) auf der einen und dem plötzlichen „Überfallenwerden“ durch Erinnerungen (sogenannte Flashbacks) auf der anderen Seite. Diese treten oft in Form einzelner Bilder, Gefühle, Gerüche in das Bewusstsein oder bestimmte auslösende, an das Trauma erinnernde Faktoren („Trigger“) lösen Gefühle und Angstreaktionen aus, oft ohne dass der oder die Betroffene dies auf das Trauma zurückzuführen vermag.

Wikipedia, s.v. Trauma (Psychologie) (2011-03-13)


fünf Phasen der Traumabewältigung nach Kübler-Ross

  • Nichtwahrhabenwollen und Isolierung (Denial)
  • Zorn (Anger)
  • Verhandeln (Bargaining)
  • Depression
  • Akzeptanz (Acceptance)

Wikipedia, s.v. Elisabeth Kübler-Ross (2011-03-13)